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Pressemitteilung

Tod von Hellmuth Karasek: Neuartige Diagnostik der Proteomanalyse hätte Leben verlängern können

Am 29. September ist der Journalist, Autor und Literaturkritiker Hellmuth Karasek im Alter von 81 Jahren in Hamburg gestorben. Laut Medienberichten war die Todesursache Gallengangskrebs. Bisher wird dieser Krebs erst viel zu spät erkannt. Die neuartige Diagnostik der Proteomanalyse aus Gallensekret und Urin erkennt die Krankheit dagegen früh auf molekularer Ebene. Damit, meint der weltweit führende Proteomforscher Prof. Dr. Dr. Harald Mischak, hätte Karasek früher einer kurativen Maßnahme zugeführt werden können.

Das Gallengangskarzinom (medizinisch Cholangiokarzinom) ist ein bösartiger Tumor der Gallenwege. Es handelt sich um einen seltenen Tumor mit einer jährlichen Neuerkrankungsrate von ein bis zwei Fällen auf 100.000 Einwohner in der westlichen Welt. Typisch für diese Krebsart ist, dass die Symptome meist sehr spät auftreten, wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist – darum sind die Heilungschancen vergleichsweise gering. Die Proteomanalyse von DiaPat bildet dagegen erstmals und als einziger Test zu einem sehr frühen Zeitpunkt die molekulare Ebene ab, auf der alle Krankheiten beginnen. In Kombination mit einem nur dadurch möglich gewordenen frühen Therapieeinsatz stellt die Proteomanalyse die einzige Grundlage für einen Behandlungserfolg dar – im Gegensatz zu den bisher gebräuchlichen, aber veralteten bildgebenden Verfahren, welche rein visuelle Verfahren darstellen und die molekulare Ebene nicht abbilden können. Die Proteomanalyse und ihr Einsatz wurden in 70 klinischen Studien in Kooperation mit über 65 international renommierten Universitätskliniken bewiesen und mehr als 200 Mal in anerkannten Fachjournalen veröffentlicht. Daran haben über 400 weltweit anerkannte Wissenschaftler mitgewirkt. Für die Diagnostik des Gallengangskrebses wird sie bereits im klinischen Bereich verwendet. Ein flächendeckender Einsatz im Rahmen der GKV könnte durch frühe Entdeckung der Krankheit auf molekularer Ebene die Heilungschancen mithilfe von rechtzeitig einsetzenden kurativen Maßnahmen erhöhen – wie eben im Fall des Literaturkritikers Karasek.

Deshalb hat das Biotechnologieunternehmen Mosaiques diagnostics beim höchsten deutschen Kontrollgremium, dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), beantragt, die Methode „kombinierte Proteomanalyse des Gallensekrets und Urins zur Erkennung eines Gallengangkarzinoms“ zu erproben. Der Antrag wurde jedoch mit einer nach Meinung von Prof. Mischak „unwissenschaftlichen Begründung“ abgelehnt, obwohl die Proteomanalyse nach vorliegenden Erkenntnissen einen Zugewinn an diagnostischer Genauigkeit, weniger Nebenwirkungen und eine optimierte Behandlung im Vergleich zur bisherigen Diagnostik bietet.(1,2,3) In der Konsequenz dieser ablehnenden Haltung leiden Gallengangskrebspatienten wie Karasek, deren Krebs erst viel zu spät entdeckt wurde und daher nicht mehr kurativ behandelt werden konnte.

Bei jüngeren Gallengangskrebspatienten als Karasek es war gibt es noch einen weiteren Aspekt, der gegen die derzeit gebräuchliche Diagnostik spricht: Die Früherkennung bösartiger Erkrankungen der Gallenwege wird insbesondere durch chronisch-entzündliche Veränderungen der Gallenwege (PSC, primär sklerosierende Cholangitis) erschwert, die der Entwicklung des Gallengangskrebses häufig vorausgehen. Die bisherige Diagnostik kann zwischen Entzündung und Krebs nicht richtig unterscheiden. Die Folgen solch unvollkommener Diagnostik sind für Patienten mit fortgeschrittener PSC fatal. Denn: Nicht selten haben PSC-Patienten auch einen nicht-diagnostizierten Gallengangskrebs. PSC-Patienten benötigen eine neue Leber, da ihre Lebenserwartung ohne Transplantation sehr stark verkürzt ist. Das tödliche Problem: Nach einer Leber-Transplantation ist es notwendig, die Funktion des Abwehrsystems zu unterdrücken. Dies soll die Immun-Aktivität reduzieren, um das Risiko einer Abstoßung des neuen Organs durch das Abwehrsystem zu verringern. Dadurch kann das Immunsystem aber Krebszellen nicht mehr richtig erkennen und ausschalten. Bei PSC-Patienten mit unerkanntem Gallengangskrebs werden die krebsartig veränderten Körperzellen nicht mehr zerstört. Das Resultat: Ohne jede Rettungsmöglichkeit versterben die betroffenen transplantierten Patienten nach kurzer Zeit. Dies passiert bei bis zu 35 Prozent der jährlich transplantierten PSC-Patienten in Europa, alleine als Folge einer ungenügenden Diagnostik.

Seit dem Jahr 2011 zeichnet sich jedoch ein Ausweg ab: Mosaiques diagnostics entwickelte gemeinsam mit der Gastroenterologie der Medizinischen Hochschule Hannover erstmals einen Test (DiaPat-Test) zur Unterscheidung von gutartigen und bösartigen Erkrankungen der Gallenwege, der zur Früherkennung eingesetzt werden kann. Ergebnisse einer klinischen Studie1 zeigten, dass die Proteomanalyse mit hoher Genauigkeit Gallengangskrebs von chronisch-entzündlichen Gallenwegserkrankungen unterscheidet und damit wesentlich zuverlässiger ist, als alle derzeit verfügbaren Untersuchungsverfahren. Seine hohe Empfindlichkeit prädestiniert den Test zudem für die Früherkennung. Prof. Mischak, Erfinder der Proteomanalyse, sagt: „Die Proteomanalyse im Gallensekret verbessert die bestehende Diagnostik um 30 bis 40 Prozent. Die bahnbrechende Technologie könnte der diagnostische Standard der Zukunft werden, um bösartige Tumore der Gallenwege rechtzeitig zu erkennen und von gutartigen vor allem chronisch-entzündlichen Erkrankungen zu unterscheiden. Das wäre ein Meilenstein auf dem Weg zu einer effizienteren Behandlungsstrategie für die verschiedenen Gallenwegserkrankungen.“

Mosaiques diagnostics fordert daher dringend vom G-BA, die Proteomanalyse zur Erkennung eines Gallengangskrebses für den flächendeckenden Einsatz im Rahmen der GKV zu erproben.

1) Lankisch TO, Metzger J, Negm AA, Vosskuhl K, Schiffer E, Siwy J, Weismüller TJ, Schneider AS, Thedieck K, Baumeister R, Zürbig P, Weissinger EM, Manns MP, Mischak H, Wedemeyer J. (2011): Bile proteomic profiles differentiates cholangiocarcinoma from primary sclerosing cholangitis and choledocholithiasis. Hepatology. 2011 Mar;53(3):875-84.

2) Metzger J, Negm AA, Plentz RR, Weismüller TJ, Wedemeyer J, Karlsen TH, Dakna M, Mullen W, Mischak H, Manns MP, Lankisch TO (2013): Urine proteomic analysis differentiates cholangiocarcinoma from primary sclerosing cholangitis and other benign biliary disorders. Gut 2013, 62(1):122-30.

3) Metzger J, Mischak H, Manns MP, Lankisch TO (2013): A combined bile and urine proteomic test increases diagnostic accuracy of cholangiocarcinoma in patients with biliary strictures of unknown origin. Z Gastroenterol 2013, 51_P_4_38

Erstellt 02/10/2015 von Redakteur
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