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Pressemitteilung

Urin-Proteom-Analyse ermöglicht personalisierte Medizin

Hannover - Die Zahl der Diabetes Patienten ist in den letzten Jahren stark angestiegen: knapp 10% der europäischen Bevölkerung sind heute an Diabetes erkrankt, überwiegend an Typ 2. Auch das Alter bei Krankheitsbeginn ist stetig gesunken und aufgrund der längeren Krankheitsdauer treten immer häufiger diabetesbedingte Folgeschäden auf. Die diabetische Nephropathie zählt zu den häufigsten Folgeerkrankungen. Im Krankheitsverlauf verlieren die Nieren dabei nach und nach ihre Filterfunktion, bis schließlich eine Nierenersatztherapie (Dialyse bzw. Transplantation) notwendig wird. "Time to Act" fordert die "International Diabetes Federation (IDF)". Spätestens im Jahre 2030 werden die Kosten für die Behandlung des Diabetes mellitus und seinen Folgenerkrankungen nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) allein in Deutschland 240 Mrd. Euro pro Jahr betragen. Kostentreiber ist besonders die diabetische Nephropathie, an der bis zu 35% der Diabetiker erkranken können. Bisher sind die Belastungen noch verhältnismäßig gering, da aufgrund des früheren hohen Eintrittsalters in den Diabetes von etwas 65 Jahren viele Diabetiker vor dem Nierenfunktionsverlust z. B. an einem Herzinfarkt verstorben sind. Das Eintrittsalter von derzeit ca. 43 Jahren führt nach ca. 15 Jahren dazu, dass immer mehr Diabetiker auf die Nierenersatztherapie (Dialyse/Transplantation) angewiesen sein werden.

Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Projekts "PRIORITY", für das am 01. Januar 2012 der Startschuss fiel, soll die frühzeitige Identifikation von Risikopatienten unter den Diabetikern und die Auswirkungen einer anschließenden präventiven Therapie untersucht werden.

Koordinator von "PRIORITY" ist Professor Dr. Peter Rossing vom dänischen Steno Diabetes Center. Weitere wichtige Partner sind das Biotechnologieunternehmen mosaiques diagnostics GmbH, die Universität Glasgow, das Universitätsspital Zürich sowie u. a. die Hannover Clinical Trial Center GmbH, eine Ausgründung der Medizinischen Hochschule Hannover.

Grundlage der Therapieevaluierung stellen die von mosaiques diagnostics entwickelten, klinisch validierten Biomarker dar, die neben der diabetischen Nephropathie auch kardiovaskuläre Erkrankungen frühzeitig anzeigen können.

Die innovative Urin-Proteom-Analyse (UPA) wurde bereits in einer Vielzahl klinischer Studien validiert und soll nach Identifikation der Risikopatienten die Vorteile der Therapie mit einem so genannten Aldosterone-Rezeptor-Antagonisten zeigen.

Damit wird erstmals ein klinisch validierter Biomarker, der in der Diagnostik mit einer außergewöhnlich hohen Genauigkeit von 95% Sensitivität und 95% Spezifität die diabetische Nephropathie auch bei den Patienten erkennt, die keine Albuminurie frühzeitig ausbilden, in der Therapieevaluierung eingesetzt.

Bei dem Aldosterone-Rezeptor-Antagonisten handelt es sich um ein generisches Medikament, das einen kostengünstigen Einsatz ermöglichen könnte. Ziel der Studie ist nicht nur die Wirksamkeit des Aldosterone-Rezeptor-Antagonisten in der Frühphase nachzuweisen, sondern wann, welche Patienten mit welcher Medikamentendosis am effektivsten behandelt werde können. Prof. Rossing: "Dies könnte ein Quantensprung in der personalisierten Medizin sein, die uns die CE/MS Kopplung mit der Protein-Muster-Methode ermöglicht."

3.280 Typ 2 Diabetiker ohne vorherige Anzeichen einer Nierenschädigung werden in die Studie einbezogen. Ungefähr ein Fünftel der Patienten hat ein hohes Risiko und erhält in der Folge das Medikament. Patienten mit geringem Risiko werden nicht behandelt. "Wir wollen zeigen, dass eine gezielte Therapie einen signifikanten Vorteil für die betroffenen Patienten hat", sagt Professor Dr. Harald Mischak von mosaiques diagnostics.

 

Erstellt 17/01/2012 von admin
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