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Presseartikel

BMBF fördert mit 1,5 Millionen Euro eine MHH-Studie basierend auf der mosaiques diagnostics Technologie

Urintest warnt vor Komplikationen nach Stammzelltransplantation 

1,5 Millionen Euro für MHH-Studie: Urintest warnt vor Komplikationen nach Stammzelltransplantation


Das BMBF fördert Weiterentwicklung der Forschung zur Früherkennung von Komplikationen nach Stammzelltransplantation


Die Stammzelltransplantation wird bei bösartigen Erkrankungen wie Leukämien erfolgreich eingesetzt – trotzdem birgt der Eingriff Risiken. Eine lebensgefährliche Komplikation ist die „Graft versus Host"-Reaktion (GvHD). Die Immunzellen des Transplantats erkennen die gesunden Zellen des Empfängers als fremd und greifen sie an. Ein Forscherteam der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat gemeinsam mit dem Biotechnologie-Unternehmen Mosaiques DiaPat GmbH einen Urintest entwickelt, mit dem die Mediziner Komplikationen nach Stammzelltransplantationen frühzeitig erkennen können. Zur weiteren Fortführung der Forschungs- und Klinikdaten, die seit April 2006 in einer Pilotstudie erhoben werden, bewilligte das BMBF den MHH-Forschern im Rahmen ihres Förderprogramms „Klinische Studien" 1,5 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre. „Durch die Förderung dieser multizentrischen, doppelt geblindeten Studie kann der Einsatz der Peptidmuster an einer noch breiteren Basis als bisher untersucht werden und die Wertigkeit der derzeit einzigen pre-emptiven Therapie für die betroffenen Patienten in großem Maßstab geprüft werden", sagt Professor Dr. Arnold Ganser, Direktor der MHH-Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation.

„Der Urintest erkennt die Komplikationen einer GvHD so frühzeitig, dass erstmalig die Vermeidung unumkehrbarer Organschäden etwa an Leber, Darm und Haut ermöglicht wird", erläutert Professorin Dr. Eva Mischak-Weissinger, Wissenschaftlerin aus dem Team von Professor Ganser. Grundlage bilden Proteine und Peptide, die jeder Organismus in seinen Körperflüssigkeiten enthält. Sie sind unter anderem Botenstoffe des Körpers und bilden ein komplexes Muster, das sich je nach Gesundheitszustand verändert. Dank der rasanten Entwicklung in der Datenverarbeitung und Massenspektrometrie konnten die Forscher eine Technologie entwickeln, die mit hoher Präzision und frühzeitig – etwa sieben bis zehn Tage vor der klinischen Manifestation - Veränderungen im Körper anzeigt. Die betroffenen Patienten werden mit der Standardtherapie für GvHD frühzeitig behandelt, bevor Symptome auftreten – Biopsien und damit weitere invasive Eingriffe bleiben ihnen erspart. Die Ergebnisse der Pilotstudie zeigen, dass der frühzeitige, über das Proteinmuster gesteuerte Einsatz von Steroiden die Schwere der GvHD-Reaktion deutlich reduziert. Das Auftreten von schwerer GvHD wurde in einer ersten Untersuchung von 42 Prozent auf 26 Prozent reduziert.

An der Studie sind außer der MHH die Universitätskliniken in München, Dresden, Regensburg, Ulm, Hamburg, Münster, Berlin und Tübingen sowie das Diagnostik-Klinikum Wiesbaden beteiligt. Für die Entwicklung des Tests wurde den Forschern von MHH und Mosaiques DiaPat GmbH im April 2007 der mit 25.000 Euro dotierte Innovationspreis des Landes Niedersachsen verliehen.

Weitere Informationen gibt Ihnen gern Professorin Dr. Eva Mischak-Weissinger, MHH-Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation unter Telefon (0511) 532-9518.

V. i. S. d. P.: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der MHH

Erstellt 17/10/2008 von Redakteur
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