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Fachartikel

MMW: Fortschritte der Medizin: Neue Methode zur Früherkennung Urintest auf Prostatakarzinom

Neue Methode zur Früherkennung
Urintest auf Prostatakarzinom

Nach den Genomics kamen die Proteomics - die Analyse der gesamten Proteinsätze von Zellen, Geweben oder Flüssigkeiten. Aus den individuellen Eiweißmustern lasse sich viele über Krankheiten herauslesen, so die Hoffnung - sogar über solche, die noch gar nicht ausgebrochen sind. Erste Produkte auf der Basis von Proteomics sind inzwischen auf dem Markt. Mosaiques Diagnostics, eine Ausgründung der Medizinischen Hochschule Hannover bietet einen Urintest an, der im Urin Prostatakrebs im Frühstadium erkennen soll.

Nachgefragt bei Dr. Eric Schiffer, Mosaiques Diagnostics

MMW: Sie werben für Ihren Urintest „DiaPat mit dem Versprechen, er sei zuverlässiger als bisherige Tests und damit auch zuverlässiger als der PSA-Test. Wie erreichen Sie das?

Schiffer: Wir betrachten das gesamte Proteom des Urins, genauer gesagt, alle etwa 3000 Polypeptide, die kleiner als 20 000 Dalton sind. Damit haben wir sehr viel mehr Parameter als andere Tests, die auf nur einem Messwert beruhen.

MMW: Sie wollen den PSA-Test also ersetzen?
Schiffer: Nein, ergänzen. Der PSA-Test ist nützlich, um eventuell gefährdete Personen herauszufischen. Bevor aber eine Biopsie durchgeführt wird, wäre es gut, mit unserem Test weiterzuuntersuchen. Denn der PSA-Test ist in 70% der Fälle falsch positiv. Unser Test könnte also einen Großteil der 500 000 bis 600 000 Prostatabiopsien pro Jahr in Deutschland ersetzen.

MMW: Wie sicher ist der DiaPat-Test denn?
Schiffer: Etwa 90% der Karzinome erkennen wir richtig. Das ist einzigartig für einen diagnostischen Prostatatest, zumal er risikolos und schmerzfrei ist.

MMW: Ist die Zahl der übersehenen Karzinome mit 10 % falsch negativen Ergebnissen nicht ein bisschen hoch?
Schiffer: Unter den Biopsien gibt es einen noch viel höheren Anteil falsch negativer Ergebnisse. Man geht von 35% aus. Alle Früherkennungstests zum Prostatakarzinom sind noch verbesserungsbedürftig. Deshalb plädieren wir für den kombinierten Einsatz der verfügbaren Methoden.

Interview: Dr. Christina Berndt

 

 

Erstellt 03/05/2007 von Redakteur
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